Wie berechne ich die finanzielle Tragbarkeit für den Erwerb eines Eigenheims?

Wer in der Schweiz eine Hypothek beantragt, wird auf Herz und Nieren geprüft. Die Banken sind gesetzlich und durch Selbstregulierung verpflichtet, Risiken zu minimieren. Dabei stützen sie sich auf zwei Säulen: Die Belehnung (wie viel Eigenkapital bringst du mit?) und die Tragbarkeit Eigenheim (kannst du die laufenden Kosten decken?). Während die Belehnung eine statische Momentaufnahme deines Vermögens ist, ist die Tragbarkeit Eigenheim eine dynamische Stressrechnung. Sie simuliert den "Worst Case". Viele Laien berechnen ihre Tragbarkeit Eigenheim falsch, indem sie die aktuellen, realen Hypothekarzinsen heranziehen. Das ist ein fataler Fehler. Banken rechnen konservativer. In diesem Artikel schlüsseln wir die Formel auf, mit der Finanzinstitute die Tragbarkeit Eigenheim ermitteln, und zeigen dir anhand eines Rechenbeispiels, wie viel Lohn du für eine Million Franken Immobilienwert wirklich brauchst.

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Die Anatomie der Tragbarkeitsrechnung

Um die Tragbarkeit Eigenheim korrekt zu verstehen, müssen wir tief in die Kalkulation der Banken eintauchen. Es geht hierbei nicht um deine tatsächlichen Ausgaben im nächsten Monat, sondern um theoretische Sicherheitswerte.

Die goldene Regel: Die Drittel-Formel

Das zentrale Mass für die Tragbarkeit Eigenheim ist die sogenannte Drittel-Regel. Sie besagt: Die gesamten kalkulatorischen Wohnkosten dürfen ein Drittel (33 %) deines Bruttohaushaltseinkommens nicht übersteigen.

Warum ist diese Grenze für die Tragbarkeit Eigenheim so wichtig? Die Bank geht davon aus, dass du die restlichen zwei Drittel deines Einkommens benötigst, um Steuern, Krankenkasse, Essen und Mobilität zu finanzieren. Übersteigen die Wohnkosten diese 33-Prozent-Marke, gilt die Tragbarkeit Eigenheim als nicht gegeben, und der Kreditantrag wird abgelehnt – selbst wenn du ein Vermögen auf dem Konto hast.

Die kalkulatorischen Wohnkosten setzen sich aus drei Blöcken zusammen:

  • Der kalkulatorische Zins.
  • Die Amortisation.
  • Die Neben- und Unterhaltskosten.

Der kalkulatorische Zinssatz: Der Stresstest

Hier machen die meisten den Fehler. Auch wenn du heute eine Festhypothek für 1.8 % abschliessen kannst, rechnet die Bank für die Tragbarkeit Eigenheim nicht mit diesem Satz.

Um die langfristige Tragbarkeit Eigenheim zu sichern, wenden fast alle Schweizer Banken einen kalkulatorischen Zinssatz von 5 % (manchmal 4.5 %) an.

Das bedeutet: Die Bank prüft, ob die Tragbarkeit Eigenheim auch dann noch gewährleistet ist, wenn die Zinsen historisch hoch steigen würden. Dieser Sicherheitsmechanismus schützt dich davor, bei einem Zinsanstieg das Haus verkaufen zu müssen. Für die Berechnung der Tragbarkeit Eigenheim verdreifacht sich dadurch die Zinslast auf dem Papier im Vergleich zur Realität.

Amortisation und Nebenkosten

Der zweite Block der Tragbarkeit Eigenheim ist die Rückzahlung der Schulden. Die sogenannte 2. Hypothek (der Teil der Belehnung, der über 65 % des Wertes liegt) muss innert 15 Jahren oder bis zur Pensionierung zurückgezahlt werden.

  • Für die Tragbarkeit Eigenheim wird meist pauschal ca. 1 % der Hypothekarsumme pro Jahr als Amortisation eingerechnet.

Der dritte Block sind die Nebenkosten. Heizung, Wasser, Strom und Rücklagen für Reparaturen müssen ebenfalls aus dem Lohn bezahlt werden.

  • Für die Tragbarkeit Eigenheim kalkulieren Banken hier meist mit 1 % des Verkehrswertes der Immobilie pro Jahr. Bei älteren Liegenschaften oder Stockwerkeigentum mit hohen Nebenkosten kann dieser Wert bei der Berechnung der Tragbarkeit Eigenheim auch höher angesetzt werden (z. B. 0.7 % bis 1.2 %).

Das Rechenbeispiel: Die Million-Grenze

Lass uns die Tragbarkeit Eigenheim an einem konkreten Beispiel durchspielen.

  • Kaufpreis Immobilie: 1'000'000 CHF
  • Eigenkapital: 200'000 CHF (20 %)
  • Hypothek: 800'000 CHF (80 %)

Wie sieht die Tragbarkeit Eigenheim aus?

  • Kalkulatorische Zinsen:

800'000 CHF × 5 % = 40'000 CHF pro Jahr.

  • Amortisation:

800'000 CHF × 1 % = 8'000 CHF pro Jahr.

  • Nebenkosten:

1'000'000 CHF × 1 % = 10'000 CHF pro Jahr.

Total kalkulatorische Kosten: 58'000 CHF pro Jahr.

Nun wenden wir die Drittel-Regel für die Tragbarkeit Eigenheim an. Diese 58'000 CHF dürfen maximal 33 % deines Einkommens sein.

  • Rechnung: 58'000 CHF ÷ 0.33 = 175'757 CHF.

Fazit des Beispiels: Um die Tragbarkeit Eigenheim für ein Haus im Wert von einer Million Franken mit minimalem Eigenkapital zu erfüllen, benötigt dein Haushalt ein Bruttojahreseinkommen von rund 176'000 Franken. Verdienst du weniger, ist die Tragbarkeit Eigenheim laut Bankregeln nicht gegeben.

Einflussfaktoren und Optimierung der Tragbarkeit

Was kannst du tun, wenn die Tragbarkeit Eigenheim knapp nicht gegeben ist? Es gibt Stellschrauben.

  • Mehr Eigenkapital: Erhöhst du das Eigenkapital, sinkt die Hypothek. Damit sinken die kalkulatorischen Zinsen und oft auch die Amortisationspflicht. Dies verbessert die Tragbarkeit Eigenheim massiv.
  • Einkommen prüfen: Für die Tragbarkeit Eigenheim zählt oft auch der 13. Monatslohn oder Boni (wenn sie nachhaltig sind). Bei Ehepaaren werden beide Einkommen addiert, was die Tragbarkeit Eigenheim erleichtert (Solidarhaftung).
  • Andere Verpflichtungen: Hast du Leasingverträge oder Kleinkredite? Diese werden vom Einkommen abgezogen und verschlechtern die Tragbarkeit Eigenheim. Das Auflösen eines Leasings kann die Tragbarkeit Eigenheim retten.

Wichtig ist zu verstehen, dass die Tragbarkeit Eigenheim keine Schikane ist. Sie ist ein Schutzmechanismus. Wer die Tragbarkeit Eigenheim nur mit Ach und Krach besteht, lebt gefährlich.

Fazit

Die Frage „Wie berechne ich die finanzielle Tragbarkeit?“ ist der Dreh- und Angelpunkt jeder Immobilienfinanzierung. Die Tragbarkeit Eigenheim basiert auf einer konservativen Sicherheitsrechnung der Banken: 5 % kalkulatorischer Zins, 1 % Amortisation und 1 % Nebenkosten. In der Summe dürfen diese Kosten ein Drittel deines Bruttoeinkommens nicht übersteigen.

Unterschätze diese Hürde nicht. Viele Träume scheitern nicht am Kaufpreis, sondern an der strengen Berechnung der Tragbarkeit Eigenheim. Nutze Online-Rechner, aber verlasse dich nicht auf Lockangebote mit Tiefzinsen. Rechne immer mit den 5 %, um auf der sicheren Seite zu sein. Nur wer die Tragbarkeit Eigenheim realistisch einschätzt, kann langfristig sorgenfrei im eigenen Haus leben.

Wenn du wissen möchtest, wie sich unterschiedliche Eigenkapital-Szenarien auf deine Tragbarkeit Eigenheim auswirken oder welche Banken flexiblere Modelle anbieten, bietet Loft umfassende Rechentools und neutrale Marktvergleiche, um deine Finanzierung zu planen.

Glossar

  • Tragbarkeit Eigenheim: Das Verhältnis zwischen den laufenden Kosten einer Immobilie (Zins, Amortisation, Unterhalt) und dem Bruttoeinkommen des Käufers. Die Kosten dürfen meist max. 33 % des Einkommens betragen.
  • Kalkulatorischer Zinssatz: Ein fiktiver Zinssatz (meist 5 %), den Banken zur Berechnung der Tragbarkeit Eigenheim nutzen, um Zinsanstiege zu simulieren, unabhängig vom aktuellen Marktzins.
  • Amortisation: Die regelmässige Rückzahlung der Hypothekarschuld. Sie ist ein fester Bestandteil der Kostenrechnung für die Tragbarkeit Eigenheim.
  • Bruttohaushaltseinkommen: Die Summe aller Einkünfte (vor Steuern) aller Kreditnehmer. Es bildet die Basis, um die 33%-Hürde der Tragbarkeit Eigenheim zu berechnen.
  • Belehnung: Das Verhältnis von Hypothek zum Verkehrswert der Immobilie (max. 80 %). Sie beeinflusst die Höhe der Hypothek und damit direkt die Tragbarkeit Eigenheim.

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